Übersicht Lenk- und Ruhezeiten

Tägliche Ruhezeit

Die tägliche Ruhezeit ist die Periode, in der der Fahrer keine berufliche Tätigkeit ausübt und auch nicht zur Verfügung stehen muss. Der Fahrer kann während seiner täglichen Ruhezeit frei über seine Zeit verfügen. Aber wenn der Fahrer die tägliche Ruhezeit außerhalb seines Standplatzes verbringt, muss nach dem Reglement zu den Lenk- und Ruhezeiten ein Bett oder ein Schlafsofa verfügbar sein.

Hinweis: Die tägliche Ruhezeit darf nie in einem fahrenden Bus oder LKW genommen werden.

Länge der täglichen Ruhezeit

Im Prinzip muss die tägliche Ruhezeit mindestens nach 11 Stunden eingelegt werden. Aber zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten darf 3 Mal die tägliche Ruhezeit verkürzt werden auf 9 Stunden. Die Verkürzung muss nicht ausgeglichen werden. Zudem kann die tägliche Ruhezeit auch in zwei Abschnitten genommen werden: der erste Abschnitt muss mindestens 3 Stunden betragen und der zweite Abschnitt mindestens 9 Stunden. Allerdings ist es nicht möglich diese Reihenfolge zu vertauschen. Diese tägliche Ruhezeit in zwei Abschnitten zählt als eine normale tägliche Ruhezeit.

Wie oft muss die tägliche Ruhezeit gehalten werden?

Innerhalb von 24 Stunden nach dem Ende der vorherigen Ruheperiode (dies kann eine tägliche oder wöchentliche Ruhezeit sein) muss die neue tägliche Ruhezeit eingelegt worden sein.  Somit muss ein Fahrer der am Montagmorgen um 08:00 Uhr seine wöchentliche Ruhezeit beendet hat, auch vor Dienstagmorgen 08:00 Uhr seine folgende Ruhezeit beendet haben.

Wo finden Sie die Bestimmungen zur täglichen Ruhezeit?

  • Fahrpersonalrechtliche Bestimmungen der VO Artikel 2.5:1;
  • EG Verordnung Nr. 561/2006 Artikel 8 Abs. 2, 3, 4 und 5; Artikel 9 Abs. 1;
  • AETR Artikel 8 Abs. 2, 3, 5.

Wöchentliche Ruhezeit

Die wöchentliche Ruhezeit ist eine wöchentliche Periode, in der der Fahrer frei über seine Zeit verfügen kann.

Wöchentliche Ruhezeit

In zwei Wochen muss der Fahrer mindestens zwei wöchentliche Ruhezeiten nehmen. Eine Woche dauert von Montag 00:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr. Fällt eine wöchentliche Ruhezeit in zwei Wochen (zum Beispiel: eine Ruhezeit von Sonntag bis Montag), darf die Ruhezeit nur zu einer der zwei Wochen gezählt werden.

Maximale Periode ohne wöchentliche Ruhezeit

Zwischen dem Ende der vorherigen wöchentlichen Ruhezeit und der darauf folgenden wöchentlichen Ruhezeit dürfen maximal 6 x 24 (=144) Stunden liegen. Ein längerer Abstand zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten ist nicht erlaubt. Kürzere Abstände hingegen schon.

Wie lange dauert eine wöchentliche Ruhezeit?

Es gibt zwei Möglichkeiten für eine wöchentliche Ruhezeit:

  • Eine normale wöchentliche Ruhezeit dauert mindestens 45 Stunden.
  • Eine verkürzte wöchentliche Ruhezeit ist kürzer als 45 Stunden und dauert mindestens 24 Stunden

In 2 Wochen muss es mindestens eine normale und eine verkürzte Ruheperiode geben. Des Weiteren ist es erlaubt zwei normale Ruhezeiten zu halten. Hingegen ist es nicht erlaubt nur zwei verkürzte Ruhezeiten zu halten.

Das Ausgleichen von verkürzten wöchentlichen Ruhezeiten

Wurde eine verkürzte wöchentliche Ruhezeit gehalten, dann muss der Unterschied zu 45 Stunden ausgeglichen werden. Zum Beispiel: Bestand die verkürzte Ruhezeit aus 44 Stunden, muss eine Stunde ausgeglichen werden. Oder wurde nur eine wöchentliche Ruhezeit von 24 Stunden gehalten, dann müssen 21 Stunden ausgeglichen werden.

Es gibt folgende Voraussetzungen für den Ausgleich:

  • Das Defizit muss ausgeglichen werden;
  • Der Ausgleich muss anschließen an eine andere (tägliche oder wöchentliche) Ruheperiode;
  • Der Ausgleich muss spätestens am Ende der dritten Woche, nach der Woche mit der verkürzten Ruhezeit genommen werden.

Wie können Sie einfach kontrollieren, ob Ihre wöchentliche Ruhezeit ausreichend ist?

  1. In jeder Periode von zwei Wochen haben Sie mindestens 2 wöchentliche Ruhezeiten
  2. Zwischen den wöchentlichen Ruhezeiten sind maximal 6 x 24 Stunden
  3. In jeder Periode von 2 Wochen haben Sie mindestens: Entweder 2 normale wöchentliche Ruhezeiten von je mindestens 45 Stunden oder 1 normale wöchentliche Ruhezeit von mindestens 45 Stunden und eine verkürzte wöchentliche Ruhezeit von 24 bis 45 Stunden
  4. Bei einer verkürzten Ruhezeit müssen Sie den Unterschied zu 45 Stunden, innerhalb von 3 Wochen folgend auf eine andere wöchentliche oder tägliche Ruhezeit am Stück ausgleichen.

Fahrzeiten

Tägliche Fahrzeit

Die tägliche Fahrzeit ist die zusammen gezählte gefahrene Zeit zwischen zwei Ruhezeiten. Eine Ruhezeit kann eine tägliche oder aber eine wöchentliche Ruhezeit sein. Es ist somit nicht die gefahrene Zeit auf an einem Kalendertag.

Im Prinzip ist die tägliche Fahrzeit maximal 9 Stunden, allerdings darf diese zwei Mal pro Woche auf 10 Stunden erhöht werden. Eine Woche geht von Montag 00:00 Uhr bis Sonntag 24:00. Außerdem muss die Verlängerung nicht ausgeglichen werden.

Wöchentliche Fahrzeit

Die wöchentliche Fahrzeit ist die zusammen gezählte Fahrzeit in  zwei aufeinander folgenden Wochen. Eine Woche ist von Montag 00:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr. Eine Woche ist in diesem Fall nicht die Periode zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten. Pro Woche dürfen maximal 56 Stunden gefahren werden.

Zwei  wöchentliche Fahrzeiten

Die zweiwöchige Fahrzeit ist die komplett zusammen gezählte Fahrzeit in zwei aufeinander folgenden Wochen. Eine Woche ist von Montag 00:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr. Diese 90 Stunden gelten “dachziegelartig”. Das will sagen, dass Sie in Woche 1+2 maximal 90 Stunden fahren dürfen, aber auch in der Woche 2+3 und in der Woche 3+4…

Ununterbrochene Fahrzeit

Die ununterbrochene Fahrzeit ist die komplett zusammen gezählte Fahrzeit zwischen zwei Unterbrechungen oder reiner Ruhezeit und Unterbrechung. Diese Fahrzeit darf nicht länger sein als 4,5 Stunden. Nach den 4,5 Stunden muss eine Unterbrechung von 45 Minuten folgen.

Die Unterbrechung muss entweder 45 Minuten hintereinander betragen oder in erst 15 Minuten und dann 30 Minuten aufgeteilt werden. Hinweis: Die Regel von 3 x 15 Minuten besteht seit 1 Mai 2007 nicht mehr!

Nach 45 Minuten Unterbrechung steht der “Zähler wieder auf null” und es können wieder 4,5 gefahren werden. Auch wenn nach zum Beispiel 3 stunden fahren eine Unterbrechung von 45 Minuten eingelegt wurde beginnt eine neue Periode, in der 4,5 Stunden gefahren werden können.  

Wenn nach einer Fahrzeit von 4,5 Stunden eine tägliche oder wöchentliche Ruhezeit eingelegt wird, muss nicht erst eine Unterbrechung von 45 Minuten genommen werden.

Doppelte Fahrerbesetzung

Wenn zwei Fahrer in einem Fahrzeug sitzen wird die Zeit, die der zweite Fahrer neben dem fahrenden Fahrer sitzt, als ‘Bereitschaftszeit’ vom Tachographen registriert. Diese Bereitschaftszeit zählt  als eine Unterbrechung der Fahrzeit. Ein doppeltbesetzter Frachtwagen oder Autobus muss somit nicht nach jeweils 4,5 Stunden Fahrzeit 45 Minuten still stehen. Aber das Fahrzeug muss gestoppt werden,  um den Fahrer zu wechseln.

Unterbrechung und Pause
Offiziell wird von einer Unterbrechung gesprochen, aber die meisten Menschen sprechen von einer Pause. Während einer Unterbrechung darf der Fahrer nicht fahren und auch keine anderen Tätigkeiten ausüben. Eine Unterbrechung dient nur zum Ausruhen.

Sonstige Pausen

Nicht alle Fahrer fahren  den ganzen Tag. Einige Fahrer haben noch andere Tätigkeiten, so dass sie keine 4,5 Stunden pro Tag fahren. Um allerdings dafür zu sorgen, dass  diese Fahrer nicht zu lange Zeit hintereinander arbeiten, ist die folgende Regelung angedacht:
Wenn mehr als 6 Stunden Arbeit hintereinander verrichtet  wird, dann muss auch eine Pause eingelegt werden. Zur Arbeit werden außer der Fahrt auch andere Tätigkeiten gezählt, so wie zum Beispiel das Be- und Entladen. Die gesamte Pause an einem Tag muss mindestens 30 Minuten betragen, wenn an dem Tag zwischen 6 und 9 Stunden gearbeitet wird. Wird mehr als 9 Stunden gearbeitet, dann muss es mindestens eine Pause von 45 Minuten an dem Tag geben. Diese Pausen dürfen auch in Abschnitten von 15 Minuten genommen werden.

Wo finden Sie die Bestimmungen für die Fahrzeiten?

  • Fahrpersonalrechtliche Bestimmungen der VO Artikel 2.5:3;
  • EG Verordnung Nr. 561/2006 Artikel 6;
  • AETR Artikel 6 
     

 

TachoByte GmbH

Voller Leidenschaft setzt sich TachoByte seit 2007 dafür ein, dass die fortschrittlichsten Telematiksysteme zur Unterstützung von Tachographen entwickelt und implementiert werden. Wir sind überzeugt von dem positiven Einfluss, den das TachoByte System auf die Effizienz Ihres Unternehmens haben wird.

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